
Die Graduate School umfasst neben der materiellen Förderung eine strukturierte Doktorand/innenausbildung und privilegierte Qualifizierungs- und Betreuungsmöglichkeiten. Alle Teilnehmenden werden in das Promotionsprogramm ProMoHist eingebunden. Betreut werden sie von Prof. Dr. Martin Baumeister, Prof. Dr. Martin Geyer, Prof. Dr. Margit Szöllösi-Janze und Prof. Dr. Andreas Wirsching.
Die Graduate School konzipiert Enttäuschung als analytischen Begriff und eigenständige Kategorie historischer Erfahrung. Sie ermöglicht dadurch innovative Zugänge zur Analyse politischer, sozio-kultureller, kommunikativer und emotiver Dissonanzen in modernen Massengesellschaften. Im Zentrum stehen dabei die Folgen von Enttäuschungserfahrungen. Ihr Spektrum reicht von mehr oder minder totaler Verweigerung über rational verarbeiteten Utopieverlust bis hin zur Adaptation und Bereitschaft, politisch-kulturelle Prioritäten und soziale Beziehungen neu auszuhandeln.
Solchen Prozessen wird auf drei Untersuchungsfeldern nachgegangen:
• Neuanfänge und Enttäuschungen
• (Planungs-)Wissen und Enttäuschungen
• Enttäuschungen in der Populärkultur
Die Einzelprojekte der Graduate School verfolgen konsequent eine diachrone, transnationale bzw. international vergleichende Perspektive. Sie untersuchen, welche Muster individueller oder kollektiver Enttäuschung sich in einem gegebenen historischen Zusammenhang ausformten und welche Rückwirkungen hiervon auf die jeweiligen Deutungs- und Zuschreibungsmuster in Politik, Gesellschaft und Kultur ausgingen.
Im Rahmen der Einrichtung der Graduate School sind mehrere Promotionsstellen TV-L E13 (65%) zu vergeben, sie sind angesiedelt am Institut für Zeitgeschichte bzw. am Historischen Seminar der LMU. Die Stellen sind ab dem 1.4.2012 zu besetzen und auf 36 Monate begrenzt. Dienstort ist München, Arbeits- und Reisemittel werden gestellt.