Historisches Seminar
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

„Restauration oder Neubeginn? Juden im postfaschistischen Italien am Beispiel der römischen Gemeinde 1944/45 - 1956 “ (Arbeitstitel)

Dissertationsprojekt von Hahle Badrnejad-Hahn

Betreuer: Prof. Dr. Martin Baumeister

 

Die Studie untersucht jüdisches Leben in Italien nach den Erfahrungen von Ausgrenzung, Krieg, Verfolgung und Vernichtung anhand des Beispiels der Jüdischen Gemeinde Roms. Trotz der Bedeutung der Jüdischen Gemeinde Roms, der ältesten in Europa, ist ihre Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute wenig untersucht.

Das Dissertationsprojekt entwirft ein grundlegendes Bild der Situation der Gemeinde und fokussiert dabei auf folgende Kernpunkte: Der erste stellt die Beziehung mit dem Zionismus und dem neuen Staat Israel dar. Der zweite Bezugspunkt nimmt das Verhältnis zu Vertretern der neuen Staatlichkeit auf nationaler wie kommunaler Ebene in den Blick: Welche Zukunft sahen Juden für sich selbst im neuen republikanischen Italien und in ihrer Stadt? Der dritte Kernpunkt vertieft den Komplex der Erinnerung an die Shoah anhand der verschiedenen Formen des Gedenkens an die Opfer und die Verfolgungen im Allgemeinen. All dies wird in enger Beziehung zur jüdischen Identität und zu den Veränderungen des eigenen Jüdisch-Seins in der Nachkriegszeit untersucht. Resultierend aus diesen Punkten stellt sich schließlich die Leitfrage: Versuchte die Gemeinde, an die Situation vor 1938 (der Einführung der italienischen Rassengesetzgebung) anzuknüpfen, und strebte damit eine Rückkehr an zum status quo ante? Oder erforderte die Erfahrung der Shoah einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und damit einen originären Neuanfang?

Gefördert durch: Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Voraussichtliche Abgabe: Herbst 2010