Historisches Seminar
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Das Migrationsregime der BRD von 1949 bis 1982.

Dissertationsprojekt von Philip Zölls

Betreuer: Prof. Dr. Martin Baumeister

 

Untersucht werden bundespolitische Entscheidungen, kommunale Handlungsmöglichkeiten am Beispiel der Migrationspolitik der Städte München und Frankfurt sowie die Versuche der Wohlfahrtsverbände, die Betreuung der Migrant/innen zu organisieren. Auf bundespolitischer Ebene soll dabei das Spannungsverhältnis von Liberalisierungstendenzen im Personen- und Reiseverkehr und dem politischen Wunsch die bestehenden Migrationsbewegungen umfassend zu kontrollieren, untersucht werden. Empirisch soll dies an den Anwerbeabkommen zwischen der BRD und Italien, Spanien und der Türkei, an den Diskussionen um die Zentralkartei „ausländische Arbeitnehmer“, den Diskussionen über eine mögliche Krankheitsgefährdung der Bevölkerung durch Migrant/innen und am Beispiel der Unterbringung von Migrant/innen analysiert werden.

Migrationspolitik fand aber nicht nur auf bundesstaatlicher Ebene statt. Vielmehr zeigt sich eine eigenständige kommunale Migrationspolitik, die im Gegensatz zur Bundespolitik andere Schwerpunkte umfasste. Untersuchungen fanden hierzu in den Städten München und Frankfurt statt. Bisherige Recherchen verweisen dabei auf einen spezifischen „Münchner Weg“ der Migrationspolitik, der, basierend auf einer wissenschaftlich fundierten Stadtplanung, u.a. ein frühes Bekenntnis zur Einwanderungsstadt beinhaltete. Anders als in München beeinflusste in Frankfurt eine starke außerparlamentarische Bewegung, vor allem im Bereich der Wohnungspolitik, die Stadtpolitik maßgeblich.

Das Migrationsregime bestand aber nicht nur aus staatlichen und städtischen Akteuren. Maßgeblichen Einfluss auf das Leben der Migrant/innen hatten die Wohlfahrtsorganisationen, die von staatlicher Seite mit der Betreuung der Migrant/innen beauftragt wurden. Dargestellt wird dies am Beispiel katholischer Wohlfahrtsorganisationen. Die Migration bot den Organisationen die Möglichkeit ihr christliches Engagement mit gesellschaftlicher Einflussnahme zu verbinden. Dementsprechend versuchte der neugegründete Mädchenschutzbund der Caritas die Migrantinnen zur „weiblichen Sittlichkeit“, Aufopferung und Mütterlichkeit zu erziehen. In meiner Dissertation soll aber auch der Widerstand der Migrant/innen gegen die Betreuungskonzepte dargestellt werden.Vielfach lassen sich dabei Forderungen nach persönlicher Freiheit und selbstständigem Privatleben erkennen.