Historisches Seminar
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

"Der Zionismus in den politischen Debatten des Deutschen Reichs, 1897 - 1933"

Dissertationsprojekt von Fabian Weber


Betreuer: Prof. Dr. Michael Brenner


Thema meiner Dissertation ist die Rezeption des Zionismus in der allgemeinen deutschen Öffentlichkeit. Während sich die Forschung weitestgehend auf die innerjüdischen Auseinandersetzungen mit dem Zionismus in dieser Zeit konzentriert, etwa seine Ablehnung durch die deutsch-jüdische Mehrheit aus assimilatorischer oder religiöser Perspektive, erfahren die Diskussionen, die der Zionismus auf nicht-jüdischer Seite auslöste, zumeist nur wenig Beachtung. Gegenstand meiner Forschung ist also der Zionismus, wo er für ein nicht-jüdisches Publikum von Interesse ist und wie die Präsenz dieser nationaljüdischen „Minderheit in der Minderheit“ auch die Haltung zum Judentum insgesamt beeinflusste.

Die Rolle des Antisemitismus ist dabei besonders im Auge zu behalten – gerade hinsichtlich meines Zeitraums, der die unmittelbare Vorgeschichte des Nationalsozialismus darstellt.

Grundsätzlich vorausgesetzt ist jedoch, dass der Zionismus kein rein innerjüdisches Phänomen darstellte, sondern in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert wurde. Die Analyse dieser in sich vielfältigen Öffentlichkeit mit all ihren politischen, religiösen und kulturellen Ausdifferenzierungen ruht auf der Erkenntnis, dass es keine strikt voneinander unterschiedene Mehrheits- und Minderheitskultur gab.
Folglich wird die deutsch-jüdische bzw. jüdisch-nichtjüdische Verflechtung in Gestalt eines diskursiven Austauschs im öffentlichen Raum im Zentrum stehen, welcher die Anteilnahme an einer gemeinsamen Kultur abbildet. Die deutschen Juden werden folglich nicht als klar abgegrenzte Bevölkerungsgruppe, sondern als Teil der deutschen Gesellschaft begriffen, weshalb sich die Untersuchung der verschiedenen politischen, sozialen und konfessionellen Fraktionen der deutschen Gesellschaft, die den Zionismus debattierten und denen sowohl Juden wie Nicht-Juden angehörten, zuwendet.