Historisches Seminar
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„I love Budapest. I bike Budapest?” Eine Ethnographie urbanen Radfahrens zwischen lokaler Sinnproduktion und internationalen Nachhaltigkeitsdiskursen

Dissertationsprojekt von  Katalin Tóth

Betreuerin: Prof. Dr. Marie-Janine Calic

 

Fahrradfahren wird in den Zukunftsbildern städtischer Mobilität immer mehr Bedeutung zugemessen, deshalb ist ihr gesellschaftspolitisches Verständnis in jeweiligen Stadtkontexten essenziell. Vorliegendes Projekt untersucht die Emanzipation der Radfahrer in Budapest, der Hauptstadt Ungarns, die neuerdings als Fahrradhauptstadt Osteuropas bezeichnet wird. Der Untersuchungszeitraum der Fallstudie (2004-2014) trägt der Beobachtung Rechnung, dass sich das Radfahren innerhalb dieses einen Jahrzehnts von einer subkulturellen Praxis eines alternativen urbanen Milieus zu einer alltäglichen normalisierten Verkehrsform wandelte. Sie soll in seiner Materialität, im Hinblick auf die diversen sozialen Praktiken, Diskurse und Repräsentationsformen in der Schnittstelle von Infrastruktur, Stadtpolitik und Gesellschaft analysiert werden. Wie hängen die infrastrukturellen Folgen von sozialistischer Stadtplanung im urbanen Raum, gegenwärtige städtische Lebensstile sowie Mobilitätsverhalten zusammen? Wie und von welchen Akteursgruppen wird die Rolle des Radfahrens im Stadtleben auf politischer und kultureller Ebene verhandelt? Die Arbeit ist als empirisch-qualitative Gegenwartsstudie angelegt. Ihr Ziel ist, das Prozesshafte des Urbanen zu erforschen und die Erkenntnisse über die globalen Verflechtungen und Adaption transnationaler Trends, wie Umweltbewusstsein, neuer Gesundheits- und Körperkult sowie subkultureller Kulturformen am Beispiel der Nutzung einer Mobilitätsform in einer osteuropäischen Stadt zu erschließen.