Historisches Seminar
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Die Rechnungen Kaiser Heinrichs VII. Ein Spiegel von Hof und Herrschaftspraxis auf dem Italienzug (1310-1313)

Dissertationsprojekt von Katharina Krefft

Betreuer: Prof. Dr. Knut Görich

 

Der plötzliche Tod Kaiser Heinrichs VII. am 24. August 1313 in Italien ermöglichte die zufällige Überlieferung seiner Rechnungen, eines Quellenkorpus von insgesamt 9 Pergamentrotuli, die den Italienzug Heinrichs VII. zeitlich und inhaltlich weitestgehend abdecken. Bei den Rechnungen handelt es sich um die ältesten in diesem Umfang erhaltenen Rechnungen eines deutschen Königshofes.
Trotz ihrer Einzigartigkeit wurden die Rechnungen bisher in der Forschung nur im Hinblick auf das Rechnungswesen des 14. Jahrhunderts und Modalitäten von Rechnungslegung und Abrechnungspraxis beachtet. Ziel meines Dissertationsvorhabens ist, die Rechnungen unter politikgeschichtlichen, alltagsgeschichtlichen, wirtschaftsgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen, sozialgeschichtlichen, militärgeschichtlichen und realienkundlichen Gesichtspunkten auszuwerten und ihre Nachrichten in die historischen Umstände des Italienzuges Heinrichs VII. (1310-1313) einzuordnen. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei Fragen nach Organisation des königlichen Hofes, Logistik auf dem Italienzug, Kommunikation, Diplomatie und Gesandtschaftsverkehr, herrschaftlicher Repräsentation, militärischem Vorgehen und personellen Bindungen. Dank der einzigartigen Fülle von Einzelheiten in den Rechnungen wird es so möglich, ein bisher beispiellos detailreiches Bild von Hof und Herrschaftspraxis Heinrichs VII. in Italien zu entwerfen.