Historisches Seminar
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Die Idee Europa und die Anfänge der bayerischen Europapolitik 1945-1978

Dissertationsprojekt von Alexander Wegmaier - Dissertation abgeschlossen!

Betreuer: Prof. Dr. Ferdinand Kramer

Ziel der Arbeit ist es, sowohl die bayerischen Beiträge zum Europadiskurs nach 1945 als auch die konkreten politischen Aktivitäten des Freistaats gegenüber den entstehenden europäischen Institutionen zu analysieren und auf Leitthemen, politische Schwerpunkte und personelle Netzwerke hin zu untersuchen.

Der Beginn der Europapolitik des Freistaates Bayern wurde bisher in die 1980er Jahre datiert. Tatsächlich setzen sich aber seit der frühesten Nachkriegszeit bayerische Politiker mit Europa auseinander. Diese Beschäftigung mit Europa erfolgt anfänglich hauptsächlich auf einer diskursiven Ebene, auf der es um den Austausch von Ideen für die künftige Ordnung (West-)Europas sowie um die Beeinflussung der in breiten Kreisen geführten Diskussionen in einem dezidiert föderalistischen Sinn ging.

Mit der Entstehung europäischer Institutionen und supranationaler europäischer Organisationen (EGKS, EWG) wurden die bayerischen Europaaktivitäten zunehmend um eine konkrete politische Komponente erweitert. Dem Freistaat ging es zum einen darum, mögliche strukturelle Nachteile aus der Errichtung des Gemeinsamen Marktes abzuwenden. Zum anderen war es ein zentrales Anliegen Bayerns, den Föderalismus als Prinzip auch in den neuen europäischen Institutionen zum Bewusstsein zu bringen, die „Länderblindheit“ der europäischen Verträge zu überwinden und (oft im Konflikt mit dem Bund) aktiven Einfluss auf länderrelevante Entscheidungen in Brüssel zu nehmen. Dazu baute vor allem der seit 1962 amtierende bayerische Staatsminister für Bundesangelegenheiten Franz Heubl ein gut funktionierendes Netzwerk in Brüssel auf.