Historisches Seminar
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Mütter und Söhne. Berühmte Paare der Antike

Dissertationsprojekt von Sonya Langerholc

Betreuerin: Prof. Dr. Maria H. Dettenhofer

 

Offiziell und durch das Gesetz festgelegt, hatten Frauen in Rom und Griechenland keine politische Macht. Viele Autoren dieser patriarchalischen Gesellschaft trugen durch ihre Schriften dazu bei, die antike Frau blass und unwichtig erscheinen zu lassen. Dadurch, dass die Quellen bis ins 20. Jahrhundert in Hinblick auf die Macht der Frauen kaum reflektiert wurden, blieb ihr tatsächlicher Einfluss auf die griechisch-römische Gesellschaft lange Zeit unterschätzt. Es herrschte bis in die Moderne das Bild vor, Frauen hätten quasi keine Rolle in der Öffentlichkeit gespielt. Die Genderforschung, die sich in den letzten Jahrzehnten auch in den Altertumswissenschaften ausgebreitet hat, macht es sich daher unter anderem zur Aufgabe, den deutlichen Einfluss von Frauen auf die Politik Griechenlands oder Roms nachzuweisen.

Da sich hierbei besonders die Frauen der Führungsschicht auftaten, widmet sich diese Arbeit einer bestimmten Gruppe, den Müttern großer Herrscher und Politiker. Sehr oft verhalfen sie ihren Söhnen, trotz politischer Ohnmacht, zum Aufstieg, wie beispielsweise Agrippina ihrem Sohn, dem späteren Princeps Nero. Nicht nur das, viele Mütter beeinflussten die Politik ihrer Söhne ein Leben lang, so wie Olympias – die Mutter Alexanders des Großen – oder Cornelia – Mutter der Gracchen.

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich zunächst damit, die Beziehung Mutter-Sohn in der Antike und zu rekonstruieren und sie anschließend auf die berühmten Paare aus der griechisch-römischen Politik zu übertragen. Daraus soll eine Einsicht über den tatsächlichen Einfluss der Frauen auf ihre berühmten Söhne und ihre Politik gewonnen werden. Außerdem sollen die Paare an sich analysiert  und in einen größeren Rahmen miteinander verglichen werden.

Das Ziel der Arbeit ist es, aus den bekannten Quellen neue Ergebnissen zu gewinnen und damit zu einer Rekonstruktion von weiblichen Lebensbildern in der Antike beizutragen.