Historisches Seminar
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Gekaufte Rückkehr? – Die Abwanderung türkischer Gastarbeiter aus Westdeutschland in den 1970er und 1980er Jahren

Dissertationsprojekt von Sakine Yildiz

Betreuer: Prof. Dr. Thomas Schlemmer

 

Seit dem Anwerbeabkommen mit der Türkei 1961 kamen mehrere Millionen Menschen in die Bundesrepublik. Heute sind es fast 3 Millionen, die einen türkischen Migrationshintergrund haben. Viele von ihnen wurden hier geboren und haben ihre entscheidende Lebens- und Entwicklungsphase in der Bundesrepublik erlebt. Sie sind fester Bestandteil der bundesdeutschen Bevölkerung und nehmen als solche an sämtlichen Bereichen des politischen, gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens teil. Jedoch lässt sich ein stetiger Anstieg der Abwanderung von vor allem hochqualifizierten Deutsch-Türken in die Türkei erkennen. Gerade diese hochqualifizierten Kräfte gewinnen in Zeiten des Fachkräftemangels und einer angespannten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland an Bedeutung. Da sich die Bundesrepublik nicht leisten kann, diese Potentiale nicht voll auszuschöpfen, wird nach den Gründen und Motiven der Abwanderung gesucht und versucht zu stoppen.
Vor genau 30 Jahren sah es anders aus. Damals hat die Regierung die Rückkehr türkischer Arbeiter für gut empfunden und diese sogar mit hohen Geldbeträgen versucht anzutreiben. Viele haben heute die Bemühungen der Reduzierung türkischer Arbeiter verdrängt oder vergessen, doch die Aktivitäten der damaligen SPD/FDP und späteren CDU/CSU Regierung blieben lange Zeit Richtschnur politischen Handelns. Was waren die Gründe dafür und wie sahen die Bemühungen der Regierung in den 1970er und 1980er Jahren aus?