Historisches Seminar
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Hermann Dietrich – Bürger der Weimarer Republik

Dissertationsprojekt von Desiderius Meier

Betreuer: Prof. Dr. Andreas Wirsching

 

Gegenstand des Dissertationsprojekts ist Hermann Dietrich (1879–1954), einer der prominentesten liberalen Politiker der Weimarer Republik. Ziel ist es, über einen multiperspektivischen Ansatz eine bürgerlich-liberale Existenz in der Weimarer Republik in ihren verschiedenen, gleichwohl einander überschneidenden Dimensionen zu untersuchen. Das Projekt möchte nicht nach dem Muster einer „politischen Biographie“ verfahren. Vielmehr werden kultur-, sozial- und ideengeschichtliche Fragestellungen aufgegriffen. Zum einen soll Dietrichs bürgerliche Sozialisation und Lebenswelt rekonstruiert werden: Welchen sozioökonomischen Gruppierungen waren seine Verwandten, Freunde und Bekannten zuzurechnen? Welche Erfahrungen und Wahrnehmungen bestimmten sein Denken und Handeln? Wie stand er der modernen Gesellschaft und dem Weimarer Staat gegenüber? Aufschlussreich ist dabei die Analyse von Dietrichs materieller Existenz, seiner „Lebensführung“. Zum anderen ist Dietrich als politischer Akteur zu untersuchen. In welchen Netzwerken agierte er? Auf welche Weise verfolgte er seine Zielsetzungen? Wie gestaltete sich sein Alltag als Politiker? Indem Dietrich in seinen verschiedenen Rollen als Repräsentant Weimarer Kultur betrachtet wird, soll der biographische Ansatz die ältere Weimar-Forschung mit neueren kulturgeschichtlichen Fragestellungen verknüpfen.