Historisches Seminar
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Die Bedeutung und Entwicklung der jüdischen Ämtertitel in Rom vom 1.–4. Jh. n. Chr. (Arbeitstitel)

Dissertationsprojekt von Esther Schneidenbach

Betreuer: Prof. Dr. Martin Zimmermann

 

Stipendiatin: DFG-gefördertes Graduiertenkolleg "Formen von Prestige in Kulturen des Altertums"

In meiner Dissertation erfolgt eine umfassende Analyse der Entwicklung der jüdischen Gemeinden Roms und vor allem deren synagogaler Ämterstruktur vom 1. Jh. n. Chr. bis in das 4. Jh. n. Chr. unter Herausarbeitung der vielfältigen Einflussfaktoren auf diesen Prozess. In den jüdischen Inschriften Roms werden kaum Berufe außerhalb des synagogalen Ämterkanons genannt. Die aufgeführten Ämtertitel müssen demnach von Bedeutung für die Gemeinden gewesen sein und die Titelträger einen anerkannten Status in den Gemeinden innegehabt haben. Anhand einer Untersuchung des Entwicklungsprozesses der synagogalen Ämterstruktur kann die Entstehung und Bedeutung von Prestige in diesem Kontext und mit diesem Quellenmaterial besonders eindrucksvoll nachvollzogen werden.

Hierfür ist eine Auseinandersetzung mit den archäologischen und insbesondere epigraphischen Zeugnissen unter Berücksichtigung ihrer zeitlichen Aussagekraft in Verbindung mit dem bisherigen Forschungsstand bezüglich der jüdischen Gemeinden Roms notwendig. Meine Untersuchungen zeigen auf, dass die Spätdatierung der Inschriften in das 3.–4. Jh. erhebliche Auswirkungen auf die bisher geltenden Thesen bezüglich der zeitlichen Einordnung der namentlich in den Inschriften genannten Gemeinden und der synagogalen Ämterstruktur hat. Da die epigraphischen Zeugnisse aus Rom betreffs der jüdischen Ämtertitel primär für das 3./4. Jh. aussagekräftig sind, werden für die angestrebte Analyse der Herkunft, Bedeutung und zeitabhängigen Entwicklung der jüdischen Ämtertitel in den römischen Synagogalgemeinden unterschiedlichste Materialgruppen aus verschiedenen Regionen des jüdischen Verbreitungsgebietes herangezogen.

Das hier umrissene Forschungsvorhaben befähigt unterschiedliche Ausdrucksmittel von Prestige etwa im sakralen Kontext zu ermitteln und zeitliche und regionale Besonderheiten aufzudecken. Eine derartige Untersuchung lässt wertvolle Ergebnisse sowohl in historisch-archäologischer als auch religionswissenschaftlicher Hinsicht erwarten.