Historisches Seminar
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Munich History Lecture | Barbara Stollberg-Rilinger (Münster) | 29.01.2018

"Regentinnen hören auf, Frauen zu seyn, sobald sie den Thron besteigen." Maria Theresia und die Ordnung der Geschlechter

29.01.2018 18:30 Uhr – 20:30 Uhr

Der Mythos der Kaiserin-Königin Maria Theresia ist wesentlich dadurch geprägt, dass sie als Frau und sechzehnfache Mutter die Herrschaft im Haus Habsburg innehatte und sie mit "männlicher" Tugend ausübte. In ihr schienen sich feminine Anmut und maskuline Tatkraft zu höchster Vollkommenheit zu verbinden. Von Voltaire bis Alfred von Arneth, von Leopold Sacher-Masoch bis Elisabeth Badinter dient Maria Theresia als Projektionsfläche für ganz verschiedene Frauenbilder, sei es biedere Reichshausfrau, sei es herrische Domina, sei es emanzipierte Frau avant la lettre. Immer aber erscheint sie als die große weibliche Ausnahme in einer von Männern betriebenen Politik. Der Vortrag setzt sich mit diesen Projektionen auseinander und fragt danach, wie sich die weibliche Herrschaft Maria Theresias in die Geschlechterordnung ihrer Zeit einfügte. Auf verschiedenen Feldern - Reichsverfassung, Kriegführung, Hofzeremoniell - wird rekonstruiert, wie sie selbst mit den Vor- und Nachteilen ihrer Geschlechtszugehörigkeit umging.

Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger ist Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster. Sie wurde vielfach mit Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. Im Juli 2017 wurde sie zur neuen Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin gewählt.

Einführung: Prof. Dr. Arndt Brendecke

Hörsaal: LMU-Hauptgebäude M 118

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Die Reihe Munich History Lecture wird gefördert von der Münchner Universitätsgesellschaft und der

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Die Veranstaltung wird ganz oder teilweise in Bild und Ton aufgezeichnet. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass dieses Material für Dokumentationszwecke und im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU und der Gerda Henkel-Stiftung (Wissenschaftsportal L.I.S.A.) eingesetzt wird.