Historisches Seminar
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Deutungskämpfe der Neuen Rechten: der "Mythos Auschwitz"

Dissertationsprojekt von Niklas Fischer-Miyakis

Betreuer: Prof. Dr. Michele Barricelli

 

In dem Forschungsprojekt setze ich mich mit den Erzählungen der Neuen Rechten über den Nationalsozialismus auseinander. Dabei soll ihre Kritik am „Aufarbeitungskonsens“ (Martin Sabrow) der gegenwärtigen Geschichtskultur erforscht werden. Die Neue Rechte wird dabei als eine Gruppe von Intellektuellen verstanden, die ihre Ideologie vornehmlich über das Institut für Staatspolitik samt angeschlossenem Verlag Antaios publiziert.
In ihren Erzählungen konstruiert die Neue Rechte das Bild von einem „Mythos Auschwitz“ als einer Art negativen bundesdeutschen Meistererzählung. Nach einer solchen Vorstellung bilden die Verbrechen des Nationalsozialismus einen negativen Fixpunkt der deutschen Identität, der damit angeblich praktizierte Schuldkult würde die deutsche Gesellschaft auch in der Gegenwart dauerhaft schwächen. Daraus leitet die Neue Rechte, so meine These, nicht allein die Forderung einer vollständigen Revision der deutschen Vergangenheitspolitik ab. Vielmehr bildet der der „Mythos-Auschwitz“ den Ausgangspunkt für eine Fundamentalkritik an vorherrschenden Werten und Normen und negiert mithilfe geschichtspolitischer Angriffe die Grundwerte des demokratischen Liberalismus.
Ziel der Arbeit ist es deshalb, den Vergangenheitsdiskurs der Neuen Rechten sichtbar zu machen und als zentrale Forschungsfrage zu untersuchen, welche Erzählungen über den Nationalsozialismus sich etablieren würden, sollte die Neue Rechte an Deutungshoheit gewinnen. Zu diesem Zweck führe ich im Rahmen meiner Dissertation eine Diskursanalyse durch, den Forschungsgegenstand bildet die Essayreihe kaplaken (Verlag Antaios). Aus diesem Korpus soll aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Argumentationen eine identifizierbare Menge an Mustern bzw. Aussagen herausgefiltert werden sollen, die als repräsentativ für die Erzählungen der Neuen Rechten gelten.