Historisches Seminar
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Punk in der Bundesrepublik Deutschland von 1976 bis Mitte der 1990er-Jahre: Jugendlicher Protest gegen/mit Massenkultur (Arbeitstitel)

Dissertationsprojekt von Karl Siebengartner

Betreuer: Prof. Dr. Martin H. Geyer

 

Die Leitfrage des Forschungsprojektes zur deutschen Punkbewegung lautet: Wie konnte sich Punk als Jugendkultur mit einer spezifischen Konsumhaltung und sozialen Praktiken, die gegen eine Massenkultur gerichtet waren, aber gleichzeitig Teil dieser wurden, etablieren? Aus dieser Fragestellung leiten sich weitere Fragenkomplexe ab: Erstens, wie kann Punk als exklusivistische Jugendkultur und gleichzeitig als Teil der Gesellschaft gefasst werden? Zweitens, wie ist Punk in der Bundesrepublik mit transnationalen medialen Vermittlungsprozessen über Jugendkultur in Zusammenhang zu bringen? Drittens, welche Praxisformen der Lebensführung entspringen Punk als Lebensstil? Viertens, welchen Stellenwert nimmt Individualisierung ein und wie verorten sich Punks im Spannungsfeld zwischen Sub- und Massenkultur? Diese eng miteinander verwobenen Fragen liefern ein Analyseraster für die Untersuchung von Jugendkulturen und gesellschaftlichem Wandel in der jüngsten Zeitgeschichte. Im Mittelpunkt stehen die Punks in der Bundesrepublik Deutschland, aber in einem transnationalen Kontext. Die Impulsgeber Großbritannien und die USA, die Schweiz und Österreich werden als Kommunikationsräume für Punks analysiert. Der gewählte Zeitraum erstreckt sich von 1976, das Jahr als Punk als mediales Phänomen auftrat, bis Mitte der 1990er-Jahre, als sich Punk als Lebensstil und gleichzeitig als Teil einer Pop- und Massenkultur etablierte. Der Zeitraum folgt somit der Eigenlogik der Jugendkultur. Methodisch ist das Projekt an Schnittpunkten von Sozial- und Kulturgeschichte angesiedelt; aufgegriffen werden Fragestellungen, die moderne Jugend-, Massen- und Popkulturen betreffen.